Porsche GT2 Clubsport

Es ist wieder einmal Zeit für eine Ausfahrt, so der Text in der Betreffzeile der E-Mail, die ich von Kai-Uwe OTTLINGHAUS, Inhaber von OK-CHIPTUNING erhalten habe. Nachdem ich mir die E-Mail durchgelesen habe, war klar, dass ich bei diesem Fahrbericht genauso viel Spaß haben werde wie mit dem “Manta-Porsche”, den ich im Sommer fahren konnte. Denn bei dem neusten Projekt, das OK-CHIPTUNING erst vor wenigen Tagen fertiggestellt hat, handelt es sich um einen Porsche GT2 997 inklusive Clubsport-Paket aus dem Jahre 2008. Und dieser ist wie bekannt schon in der Serienversion kein Kind von Traurigkeit. “Nur dass dieser auf der Motorenseite deutlich nachgeschärft wurde.”

Nachdem der Termin stand und Kai-Uwe OTTLINGHAUS mich ausführlich über alle Umbauten an dem Porsche informiert hatte, ging es erst einmal in gemütlicher Fahrt in Richtung Niederrhein. Was natürlich schon beim Anlassen des GT2 997 Clubsport nicht verborgen geblieben ist, ist der Sound des 3,6-l-Sechszylinder-Boxermotors. Unter dem Heck des Porsche GT2 Typ 997 steckt zwar schon von Geburt an eine Abgasanlage aus dem Hause Akrapovic, diese wurde aber gegen eine nochmals schärfere Variante aus gleichem Haus getauscht. Die Komplettanlage aus Slowenien inklusive Krümmer und Sportkats hat zwar einen recht leisen und dumpfen Sound im Stand, aber unter Volllast geht das recht leise Röcheln doch in einen heftigen Orkan über.
Kurz gesagt: einfach nur geil.

Natürlich ist es immer schwierig, die gewonnenen Eindrücke zumindest ansatzweise wiederzugeben, wenn man so ein Fahrzeug nur für einen Tag zur Verfügung hat. Aber eines ist klar: Der von Kai-Uwe OTTLINGHAUS und seinen Mannen nachgeschärfte Porsche GT2 997 Clubsport geht wie die Hölle vorwärts. Denn nach dem Tuning, drückt der 3,6-Liter-Biturbo-6-Zylinder-Boxermotor nicht mehr 390 kW/530 PS bei 6.500 U/min auf die Antriebsräder, sondern 500 kW/680 PS. Gleichzeitig stieg auch das maximale Drehmoment von 680 Nm auf beachtliche 880 Nm. Um die Leistungssteigerung zu realisieren, wurde das Motorsteuergerät auf den des Porsche 997 GT2 RS umgebaut und die Software dementsprechend angepasst. Zu erwähnen ist das eigentlich Interessante dabei: Die Mehrleistung von 150 PS wurde ohne Eingriff in die Original-Hardware möglich gemacht.

Eines dürfte aber auch klar sein: Zum einen ist der Porsche GT2 997 Clubsport by OK-Chiptuning nichts für Weicheier und zum anderen ist der Porsche nichts für die Stadt. Durch den serienmäßigen Überrollkäfig, dem ab Werk straffer ausgelegten Setup des PASM-Fahrwerks ist die Karosserie doch sehr steif ausgelegt und beim nicht optimalen Straßenbelag dringen Schläge fast ungefiltert durch. Wird der Belag aber besser oder geht es dann auf die Landstraße, dann liegt der Porsche wie ein Brett auf der Straße und man kann den GT2 997 Clubsport ordentlich fliegen lassen.

Wirklich auffällig ist dabei, dass der von OK-Chiptuning optimierte GT2 trotz der Mehrleistung von 150 PS immer noch sauber am Gas hängt. Und dabei spielt es auch keine Rolle, aus welchem Gang oder aus welcher Geschwindigkeit man Vollgas gibt. Der GT2 reagiert immer sauber auf die Gasbefehle des Fahrers. Somit kann man sich voll und ganz auf das Fahren konzentrieren. Selbst wenn man im Schiebebetrieb aus einer Kurve heraus beschleunigt, reagieren die beiden Turbolader sofort und bauen blitzschnell Druck auf und schieben den GT2 heftig nach vorne.

Leider war es mir bei nur einem Tag, an dem mir der Porsche zur Verfügung stand, nicht möglich, Fahrleistungsdaten zu ermitteln. Aber nach den Eindrücken, die ich sammeln konnte, dürften die Angaben von Kai-Uwe OTTLINGHAUS realistisch sein. Der mit einer neuen Sachs Rennsportkupplung ausgestattete Porsche beschleunigt in 3,2 Sekunden auf Tempo 100 und rennt in der Spitze über 340 km/h. Für den Zwischenspurt von 100–200 km/h benötigt der GT2 nur 5,1 sec und von 100 auf 300 km/h vergehen gerade einmal 17 Sekunden.

Neben dem geschärften Motor verfügt der von OK-Chiptuning optimierte GT2 aus dem Jahr 2008 noch über das Heck des Porsche GT2 RS der 2010 von Porsche aufgelegt wurde sowie über Leichtmetallräder aus dem Hause OZ.
Die 9 × 19 und 12 × 19 Ultraleggera HLT-Felgen sind mit Sportreifen von Michelin im Format 235/35 ZR 19 vorne und 325/30 ZR 19 hinten bestückt. Diese sollten aber vom Fahrer ordentlich warmgefahren werden. Denn bei Temperaturen von unter 8 Grad, wie bei meiner Ausfahrt, brauchen die Reifen schon einige Kilometer, bis sie einigermaßen auf Betriebstemperatur sind. Und bei regennasser Straße möchte ich die Heckschleuder auch nicht fahren. Da sollte mir Walter Röhrl vorher ein Fahrtraining geben.

Schade ist nur, dass die Zeit schneller vergeht als einem lieb ist. Denn nun muss der Kleine wieder nach Haus‘, aber nicht nach Neukirchen-Vluyn, sondern zur Firma Shine & Pure nach Duisburg zur Fahrzeugaufbereitung. Denn in den nächsten Tagen steht noch ein Fotoshooting auf dem Programm und dafür muss der Kleine wie aus dem Ei gepellt dastehen. Aber zum Glück sind es noch gut 150 km, die ich mit dem 680-PS-starken Porsche genießen darf. (sport-cars.de)