Manta Porsche

Nachdem sich die Aufregung in der Porsche-Szene über das Projekt „MANTA-PORSCHE“ von OK-CHIPTUNING nun ein wenig gelegt hat, wollten wir doch einmal selbst sehen, was wirklich hinter dem Projekt steckt. Da sich Kai-Uwe OTTLINGHAUS, Inhaber von OK-CHIPTUNING, wie einige schon wissen, auch um unser Redaktionsfahrzeug gekümmert hat, war der Kontakt rasch hergestellt und ein passender Termin für eine Ausfahrt mit dem Porsche 996 schnell gefunden. Bevor ich jetzt aber den Porsche fahre, habe ich vorab noch einige Fragen an Kai-Uwe OTTLINGHAUS. „Wie oder besser gefragt warum kommt man eigentlich auf die Idee, einen Porsche in einem so provokanten Design auf die Räder zu stellen? Wir von SPORTcars konnten uns ja schon selbst davon überzeugen, wie dein Porsche auf die Szene wirkt. Denn auf dem Porsche-Treffen in Dinslaken am 1. Mai dieses Jahres hat er zum Teil für hefige Kopfschüttler gesorgt.“

 

Dazu Kai-Uwe OTTLINGHAUS: „Klar hat der von uns optimierte Porsche in der Szene für Aufregung gesorgt – aber genau das war unser Ziel. Wir wollten Aufmerksamkeit, und die haben wir bekommen. Wir sind ein kleiner Betrieb und können beziehungsweise wollen uns nicht mit den großen Porsche-Tunern messen. Aber mit dem „MANTA-PORSCHE“ wollten wir einmal zeigen, dass wir von OK-Chiptuning zum einem auf einem hohen Niveau operieren und zum anderen wollten wir damit die Werbetrommel für uns in Bewegung setzen. Ich glaube, beides dürfte uns gelungen sein … Wartet mal ab – in den nächsten Monaten werden wir noch mit dem einen oder anderen bei uns geschärften Wagen ordentlich in der Presse Punkte sammeln. Und jetzt ab mit dir und mache den Porsche bitte nicht kaputt …“

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht zwänge ich mich also in den Schalensitz aus dem Hause Recaro und muss zu meinem Bedauern feststellen; Für einen 106-kg-Menschen ist die Bestuhlung nicht gemacht. Aber was soll´s, Schlüssel rumgedreht und erst einmal vom Hof von OK-Chiptuning. Und was ich so noch nicht erlebt habe, konnte ich schon an der ersten Ampelkreuzung am eigenen Leib erfahren. Da steht ein Schulbus neben mir an der Ampel und alle Kinder drücken sich die Nasen an den Scheiben platt und zeigen mit dem Finger auf den bunten Porsche. Also, was machen? Am besten nichts, denn ich wollte es ja so!

 

Nachdem ich nun etliche Kilometer auf der Landstraße abgespult habe und mich so einigermaßen an das Fahrverhalten und die Blicke einiger anderer Autofahrer auf den 520 PS starken Porsche gewöhnt habe, geht es erst einmal auf die Autobahn. Im Grunde fährt sich der Porsche 996 wie jeder andere Turbo-Porsche auch. Zwar ist das verbaute KW-Gewindefahrwerk der Variante 3 einen Tick straffer abgestimmt als das Serienfahrwerk, aber ein wenig Restkomfort bleibt immer noch erhalten. Mit der Erkenntnis geht es wie gesagt auf die Autobahn, die glücklicherweise dieses Mal leer ist. Der Serien-996-Turbo ist bestimmt kein Warmduscher, aber der auf den Namen „MANTA-PORSCHE“ getaufte 996 von OK-CHIPTUNING stellt das Serienfahrzeug doch deutlich in den Schatten. Mit einer Mehrleistung von 100 PS (Serie 420 PS) und einem maximalen Drehmoment von über 700 Nm geht der Porsche 996 Turbo aus dem Hause OK-Chiptuning sprichwörtlich „ab wie Schmidts Katze“.

Zwar hatte ich heute nur die Möglichkeit die 520-PS-Motorversion zu fahren, aber selbst diese beeindruckt schon und treibt einem das Lachen ins Gesicht. Schub in allen Lagen. Von null auf 100 km/h in 3,8 Sekunden, von 100 auf 200 km/h in 6,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h (Serie 305 km/h) sprechen für sich. Und darüber hinaus ist die überarbeitete Auspuffanlage mit ihrem heiseren Röcheln ein Genuss für die Ohren.

Nach Angaben von Kai-Uwe OTTLINGHAUS ist der Porsche 996 Turbo mit relativ „geringem Aufwand“ auf eine Leistung von ca. 650 PS zu bringen. Dazu werden die serienmäßigen K16-Lader nur gegen größere K24-Turbolader ausgetauscht und die Motorsoftware des Sechs-Zylinder-Boxermotors neu angepasst. Schade nur, dass ich dieses Mal nicht die Möglichkeit hatte, diese Motorenvariante zu fahren. Kai-Uwe OTTLINGHAUS hat mir aber versprochen, dass ich das zu einem späteren Zeitpunkt nachholen kann. Dieses Angebot werde ich natürlich gerne annehmen.

Fazit: Der von Kai-Uwe OTTLINGHAUS aufgebaute Porsche 996 Turbo ist auf der Motoren- sowie auf der Fahrwerksseite dem Serien-Porsche 996 Turbo deutlich überlegen. Rein optisch ist der kunterbunte Porsche eine reine Provokation, mit dem man nicht jeden Tag gesehen werden möchte. Als Werbeträger aber ein absoluter Hingucker … (sport-cars.de)